Python: Darum sollten Sie als Entwickler die attraktive Programmiersprache erlernen

Programmierer, vor seinem PC sitzend und sich freuend

Einfach zu verstehen, flexibel einsetzbar und beste Job-Aussichten: Wir erklären Ihnen, warum der Hype um Python gerechtfertigt ist.

Digitalisierung und Software-Entwicklung mit Python

Programmierer sind extrem gefragte IT Fachexperten. Kein Wunder: Für ihre Digitalisierung benötigen Unternehmen unter anderem App Developer, Onlineshop-Entwickler und Programmierer für smarte Anwendungen.

Möchten Sie derlei digitale Produkte realisieren? Dann sollten Sie mindestens eine Programmiersprache beherrschen. Eine, die sich sehr gut in Ihrem Wissensschatz macht, ist Python.
 

Kurze Übersicht: Was steckt hinter Python?

Python ist eine universelle, höhere Programmiersprache. Da sie sich flexibel einsetzen lässt, kommt sie bei unterschiedlichsten Entwicklungsvorhaben zum Einsatz.

Der Niederländer Guido van Rossum entwickelte Python 1989 in seinen Weihnachtsferien. Als Freizeitbeschäftigung wollte er die Entwicklungsumgebung ABC ersetzen. Aus dem Hobby-Projekt wurde im Laufe der Zeit eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Programmiersprachen. Das liegt unter anderem daran, dass Python als Open-Source-Software veröffentlicht wurde. Bis heute können Interessenten den Source Code und die Installer kostenlos von der offiziellen Website herunterladen und nutzen.

Entgegen vieler Annahmen hat der Name nichts mit der Würgeschlange zu tun. Stattdessen dachte Guido van Rossum bei der Entwicklung von Python an die britische Komikertruppe “Monty Python’s Flying Circus”.

Van Rossums Sinn für Humor zeigte sich auch bei der Leitung der Python-Community: Dort hatte er sich den Titel “wohlwollender Diktator of Lebenszeit” gegeben. Denn trotz der gemeinschaftlichen Arbeit an der Scriptsprache nahm er sich das Recht heraus, das letzte Wort zu haben. Dieses galt nur bis zum Juli 2018: Da zog sich der Holländer von seiner Position als “Diktator” zurück. Trotzdem arbeitet er bis heute weiter an der Weiterentwicklung von Python mit.
 

Angesagte Programmiersprache: Wie beliebt ist Python?

Wenn Sie sich mit Programmierern unterhalten oder in speziellen Entwickler-Foren unterwegs sind, werden Sie ziemlich schnell auf Python kommen. Die Sprache gilt als sehr beliebt. Das belegen ein paar aktuelle Erhebungen:

  • Beim PYPL, dem Popularity of Programming Language Index, steht Python unangefochten auf Platz 1 (Stand: März 2021) - weit vor Java, JavaScript und C#.

  • Auf Platz 3 rangiert Python beim TIOBE Index (Stand: Februar 2021), hinter C und Java.

  • Auch die Community von StackOverflow wählte Python im Jahr 2020 auf den dritten Platz in der Kategorie “Most Loved Languages” (hinter Rust und TypeScript). Geht es nach dem Kriterium “Most Wanted”, steht die Programmiersprache an Platz 1. Ebenfalls mit einem großen Abstand zu Platz 2 (JavaScript) und Platz 3 (Go).

  • Bei den “RedMonk Programming Language Rankings” landete Python im Januar 2020 auf Position 2, zwischen JavaScript und Java.

Hinweis: Mehr über die populärsten Programming Languages erfahren Sie in unserem Beitrag “Welche Programmiersprachen sind 2021 wichtig?
 

Die Vorteile: Was macht Python so besonders?

Warum ist die Programmiersprache so angesagt? Was macht sie besser oder anders als die Mitbewerber? Folgend ein paar Punkte, mit denen Python bei Entwicklern punktet:

  • Python ist komplett kostenlos.

  • Jeder kann an der Weiterentwicklung teilnehmen und seine Ideen für Verbesserungen einbringen.

  • Es gibt eine sehr große Community, die sich gegenseitig hilft.

  • Durch die große Verbreitung finden Sie viele Fachinformationen in Form von Online-Ratgebern und Büchern.

  • Alleine auf PyPI.org (Python Package Index) finden Sie rund 300.000 Projekte. Das sind Module und Skripte, die Sie für Ihre Python-Programmierung nutzen können.

  • Die Scriptsprache lässt sich sehr flexibel einsetzen. In welchen Bereichen sie zum Einsatz kommt, erfahren Sie in einem späteren Absatz.

  • Experten sagen: Der Quelltext von Python ist so einfach wie Englisch zu lernen und zu lesen. Das heißt, durch seine saubere Struktur finden sich Anfänger schnell zurecht.

  • Die Einfachheit und die große Anzahl an Modulen ermöglicht es Ihnen, Projekte schnell zu entwickeln. Ideal für Design-Thinking-Prototypen und MVP im Rahmen der Lean-Startup-Methode.

  • Python läuft auf Windows, macOS und Linux, auf Kleinstcomputern wie dem Raspberry Pi, ebenso auf großen Server-Infrastrukturen.

  • Sie möchten mit Python und einer anderen Programmiersprache arbeiten? Kein Problem. Über Projekte wie Jython, IronPytho oder RubyPython lassen sich Python-Projekte in Java, .NET, Ruby und Co. importieren.
     

Schattenseiten: Die Nachteile von Python

Die Programmiersprache wird zwar gerne als “Schweizer Taschenmesser” bezeichnet, doch es gibt auch ein paar Dinge, die nicht so gut sind:

  • Mit Python können Sie theoretisch alles entwickeln - aber eben nur in der Theorie. Für manche Aufgaben ist es sinnvoller, auf C, C++ oder Fortran zu setzen.

  • Python kann im Vergleich zu anderen höheren Programmiersprachen langsamer sein - besonders bei sehr Hardware-nahen Anwendungen.

  • Wenn Sie sich mit Python Ihre ersten Fähigkeiten als Coder aneignen, kann Ihnen der Umstieg auf eine andere Sprache schwer fallen. Denn diese fallen teilweise nicht so einsteigerfreundlich aus.
     

Einsatzgebiete: Für was wird Python verwendet?

Die Antwort hat die Python Software Foundation parat. Diese führte im Oktober 2020 eine große Umfrage durch, an der mehr als 28.000 “Pythonistas” (= Python-Usern) teilnahmen.

Das Ergebnis: Die meisten Nutzer verwenden die Sprache zur Datenanalyse. Zudem kommt sie bei der Webentwicklung, KI-Entwicklung, Systemadministration, Programmierung von Web-Parser und beim Software-Testing zum Einsatz. Auch beim Software-Prototyping sowie bei der Games- und App-Entwicklung greifen die Developer auf Python zurück.

Interessant: 85 Prozent der Teilnehmer sagten, dass Python ihre bevorzugte Programmiersprache sei. Dabei setzen 94 Prozent die aktuellste Version - Python 3 - ein.

Jobaussichten: Warum Python gut für Ihre Karriere ist

Wussten Sie, dass Dropbox auf Python basiert? Das liegt nicht daran, dass Guido van Rossum mehrere Jahre bei der Cloudspeicher-Company arbeitete. Schon davor entschieden sich die Dropbox-Entwickler für die flexible Programmiersprache, um möglichst viele Systeme unterstützen zu können.

Auch Amazon, Google, Facebook, Spotify und viele andere Weltfirmen setzen auf Python. Deshalb schielen auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen auf die Programmiersprache.

Das bedeutet für Sie als Developer: In den IT Stellenbörsen finden Sie zahlreiche Python-Jobs. Tendenz: wahrscheinlich steigend. Denn die Coding Language hat sich etabliert und es ist anzunehmen, dass diese Popularität noch ein paar Jahre bestehen wird.

Nicht nur die Karriere-Aussichten sind glänzend, ebenso Ihre Bezahlung: Laut verschiedenen Erhebungen liegt das durchschnittliche Gehalt eines Python-Programmierers bei rund 5.000 Euro im Monat. Wenn Sie ein paar Jahre Berufserfahrung besitzen und bei einem großen Unternehmen arbeiten, steigt die Entlohnung deutlich an: Ein monatliches Bruttogehalt von 6.000 bis 7.000 Euro sind dann gut drin.
 

Fortbildung: Wie Sie zum Python-Spezialisten werden

Lohnt es sich noch, Python anzueignen? Ist der Markt nicht übersättigt? Flaut der Hype vielleicht bald ab? Wir besitzen zwar keine Glaskugel, doch die Aussichten sehen weiterhin sehr gut aus.

Dank der fortschreitenden Digitalisierung werden Programmierer händeringend gesucht. Es gibt keine Anzeichen, dass sich das ändern wird - ganz im Gegenteil: Auf dem Markt herrscht ein starker Fachkräftemangel vor. In die Python-Entwicklung einzusteigen ist somit eine sehr gute Entscheidung.

Die recht einfache Programmiersprache können Sie auf verschiedene Art und Weise erlernen. Zum Beispiel an Hochschulen im Rahmen eines Informatikstudiums. Oder durch Fort- und Weiterbildungen, zum Beispiel über Online-Lernplattformen wie edX und Udemy, über Youtube-Videos und Fachbücher.
 

Fazit

Der Hype um Python ist gerechtfertigt. Es lohnt sich für Sie, sich mit Python zu beschäftigen! Doch: Auch wenn die Sprache im Vergleich zu anderen recht einfach und flexibel ausfällt, müssen Sie im Herzen ein Coder sein.

Zeigen Sie Interesse an IT Themen? Können Sie gut mathematisch-analytisch denken? Besitzen Sie eine Leidenschaft für die Software-Entwicklung? Verfügen Sie über ein T-Shaped-Profil? Wenn Sie diese Fragen mit “Ja” beantworten, besitzen Sie die nötigen Grundvoraussetzungen. Denn ohne diese “Basics” werden Sie sich mit Python und anderen Programmiersprachen schwer tun.

 

ilder: Adobe Stock, RedMonk