Vorstellungsgespräch als Softwareentwickler: Diese 10 Fragen erwarten Sie

Softwareentwickler bei der Arbeit
Vorstellungsgespräch als Softwareentwickler: Diese 10 Fragen erwarten Sie

Ihre Bewerbung als Softwareentwickler haben Sie rausgeschickt. Jetzt gilt es, sich rechtzeitig auf das mögliche Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Das kommt beim Einstellungstest auf Sie zu.

Was ist der Sinn des Vorstellungsgesprächs mit einem Softwareentwickler?

Der Beruf des Softwareentwicklers ist inzwischen sehr vielseitig geworden. Als Programmierer arbeiten Sie an Anwendungen für stationäre Computer, entwickeln Apps für Smartphones oder verbessern bestehende Cloud-Tools. Sie kennen sich wahrscheinlich mit verschiedenen Systemen, Frameworks und beliebten Programmiersprachen aus.

Wenn Sie sich auf einen Softwareentwickler-Job beworben haben, möchte Ihr potenzieller Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch Ihr fachliches Wissen und Können überprüfen. Zudem checkt er ab, wie es um Ihre sozialen Kompetenzen steht. Diese sogenannten Hard Skills und Soft Skills haben Sie zwar in Ihrem Lebenslauf festgehalten, trotzdem wollen Recruiter Ihnen durch spezielle Fragen im Vorstellungsgespräch “auf den Zahn fühlen”. 

Das bedeutet: Es geht beim Bewerbungsgespräch auf eine Softwareentwickler-Stelle einerseits darum, Ihre Angaben zu überprüfen. Zum anderen möchte der Personalverantwortliche in Erfahrung bringen, was für ein Typ Mensch Sie sind.

Sind Sie kommunikativ? Können Sie sich auf Ihre Teammitgleider einlassen? Inwieweit öffnen Sie sich für Neues? Das sind berechtigte Fragen. Denn das Klischee, dass Programmierer alleine im stillen Kämmerlein an eine Software coden, ist schon längst überholt. Bei der modernen Softwareentwicklung geht es darum, agil im Team zu arbeiten, um schnell passende Lösungen zu finden.


Bewerbung als Softwareentwickler: Beispiele für mögliche Fragen

In einem Vorstellungsgespräch sitzen Sie wahrscheinlich mit einem Personalverantwortlichen zusammen. Unter Umständen ist auch ein Fachbereichsleiter oder ein Geschäftsführer an dem Bewerbungsgespräch beteiligt.

Die anwesenden Personen führen mit Ihnen ein Interview, das unter Umständen einem Einstellungstest nahekommt. Die folgenden Fragen könnten dabei fallen. Deshalb werden sie gestellt und so bereiten Sie sich darauf vor.


1. Wie halten Sie sich auf dem Laufenden? Welche Blogs, Nachrichtenseiten oder Magazine, die mit Ihrem Arbeitsbereich zu tun haben, kennen Sie?

Unternehmen möchten, dass sich ihre Mitarbeiter weiterentwickeln. Nur so können sie im immer härteren Wettbewerb bestehen. Das bedeutet: Nach Ihrer Ausbildung zum Informatiker oder einem entsprechenden Studium sollten Sie das Bestreben haben, ein Leben lang zu lernen.

Zur Weiterbildung eignen sich bestens Fachbücher, Online- und Print-Magazine, Foren, Blogs, Webinare und Podcasts. Bleiben Sie hier stets am Ball.

Im Vorstellungsgespräch als Softwareentwickler wird Folgendes von Ihnen erwartet: 

  • Sie sollten bei dieser Frage die bekanntesten Informationsangebote Ihres Fachgebiets in deutscher und englischer Sprache benennen können.
  • Sie müssen begründen, was an diesen Informationsquellen besonders wertvoll ist.
  • Erläutern Sie, warum Sie manche populäre Medien nicht nutzen, um sich weiterzubilden.

2. Wie würden Sie sich verhalten, wenn von Ihnen verlangt wird, ein Softwareprojekt termingerecht abzuliefern, Sie aber wissen, dass noch Sicherheitsmängel bestehen?

Safety first! Das gilt insbesondere bei der Softwareentwicklung. Falls ein Unternehmen bei der Sicherheit zu nachlässig ist, kann der Schaden immens sein. Dabei geht es nicht nur um konkrete monetäre Schäden. Auch das Image und das Vertrauen der Kunden gilt es zu schützen. 

Ein Softwareentwickler ist allerdings weisungsgebunden. Sie stehen daher in der Verpflichtung, die aufgetragenen Aufgaben zu erfüllen. Daher sollten Sie im Konfliktfall darauf bestehen, dass Ihre Bedenken dokumentiert werden. Damit machen Sie klar, dass Sie Ihrer eigenen Verantwortung gerecht geworden sind.

Entsprechend könnte Ihre Antwort auf die oben genannte Frage so ausfallen:

"Ich äußere gegenüber dem Vorgesetzten meine Bedenken. Zudem verlange ich, dass diese eindeutig dokumentiert werden. Danach führe ich die entsprechenden Anweisungen aus."

3. Warum möchten Sie gerne in unserem Unternehmen arbeiten?

Bei dieser Frage, die nicht nur ein Softwareentwickler in einem Vorstellungsgespräch hört, geht es um zwei Aspekte:

  • Haben Sie sich tiefgründig über das Unternehmen informiert?
  • Was ist Ihre Motivation für die Bewerbung?

Bewerber, die den Eindruck vermitteln, sie seien vor allem an einem hohen Gehalt, guten Sozialleistungen oder Boni wie einem Dienstwagen interessiert, werden von den Personalverantwortlichen kritisch beäugt. Oft ist ein Mitarbeiter, der lediglich auf die “harten Fakten” schielt, weniger loyal. Er wechselt unter Umständen bald zum nächsten Unternehmen, das bessere Leistungen bietet.

Besser für Sie ist es, wenn Sie angeben, Sie seien an innovativen Projekte, zukunftsträchtigen Aufgaben oder an der Übernahme von Verantwortung interessiert. Selbstverständlich müssen die Angaben zu Ihnen, der ausgeschriebenen Stelle und dem Unternehmen passen.

Recherchieren Sie deshalb vor dem Interview genau, 

  • in welcher Branche das Unternehmen tätig ist,
  • welche Produkte es anbietet,
  • wer zu den Kunden gehört,
  • und wie Ihr zukünftiges Team zusammengestellt sein könnte.

Leiten Sie aus den Informationen ab, wie Sie mit Ihren Hard und Soft Skills das Unternehmen idealerweise voranbringen können.

4. Wie würden Sie den Beruf eines Softwareentwicklers jemandem erklären, der keinerlei Kenntnisse darüber hat?

Hier geht es um Empathie. Diese Art von Soft Skill sollten Sie als Softwareentwickler besitzen.

Der Recruiter klärt damit zum einen, wie gut Sie sich in Menschen hineinversetzen können. Zum anderen überprüft der Personaler, inwieweit Sie Ihre eigenen Tätigkeiten abstrahieren und vereinfacht darstellen.

Überlegen Sie sich somit im Vorfeld genau, wie Sie auf diese Frage antworten. Stellen Sie sich dabei vor, Sie würden Ihrer Großmutter, einem Handwerker oder einer anderen fachfremden Person Ihren Job erklären. Wie können Sie dieser verständlich vermitteln, was Sie tagtäglich für Aufgaben erfüllen?

5. Was war bisher Ihre schwierigste Aufgabe? Wie haben Sie diese bewältigt?

Entwickler von Apps oder Desktop-Software sind nicht alle gleich. Sie befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus der Spezialisierung. Ein guter Softwareentwickler schätzt sich realistisch ein, weiß über sein Können und seine Grenzen Bescheid. 

Der Recruiter oder ein anwesender Fachbereichsleiter möchten wissen, wie Sie Aufträge strategisch angehen und wie Sie Probleme lösen. Denn zu den Aufgaben eines Softwareentwicklers gehört es dazu, täglich neue Herausforderungen zu meistern.

Bedenken Sie dabei: Selbstüberschätzung ist in einem Job-Interview ein Tabu, Ehrlichkeit dagegen Pflicht.

6. Spielen Sie Computerspiele? Was ist Ihr Lieblingsspiel?

Personaler und Führungskräfte möchten mit einer solchen Frage den Bewerber dazu bringen, zwanglos von sich zu erzählen. Sie wollen wissen, wen sie als Person vor sich haben. 

Seien Sie dabei nicht zurückhaltend! Sind Sie ein Fan von Computer- und Videospielen, können Sie das gerne angeben - das stellt heutzutage kein Manko mehr dar. Ganz im Gegenteil: Gamer sind bei IT Jobs gefragt, da sie meist mehrere positive Eigenschaften besitzen. Dazu gehört unter anderem die Leidenschaft für Hard- und Software, ein erhöhter Ehrgeiz und das Interesse für (Games-)Programmierung.

7. Wie starten Sie ein Software-Projekt?

An Programmierer, die Apps, Online-Tools oder PC-Software entwickeln, werden Aufgaben zumeist von externen Auftraggebern herangetragen. Das sind oftmals Kunden oder andere Abteilungen des Unternehmens.

Dabei handelt es sich nicht unbedingt um Programmier-Experten. Daher steht vor der eigentlichen Arbeit zunächst die Frage im Raum, was genau erreicht werden soll. Auch Voraussetzungen wie Zeitrahmen und Budget müssen geklärt werden. 

Die dringend benötigten Informationen erhalten Sie durch eine gute Kommunikation und ein strategisches Vorgehen. Auch das sind Soft Skills, die Sie als Softwareentwickler beherrschen sollten.

8. Wie würden Sie dieses Problem in Java lösen?

Wenn Sie sich auf eine Stelle als Softwareentwickler bewerben, ist es üblich, dass man Ihnen im Vorstellungsgespräch gewisse Programmieraufgaben gibt. Damit möchte besonders der anwesende Senior Developer oder Ihr Fachbereichsleiter überprüfen, ob und wie gut Sie die erforderlichen Programmierkenntnisse beherrschen. 

Bei einer Stelle als Java Programmierer wird man Ihnen wie hier im Beispiel eine technische Frage zu Java stellen, bei anderen Positionen kommen die entsprechenden Programmiersprachen ins Spiel.

9. Wie testen Sie die Software, die von Ihnen entwickelt wurde?

Technische Fragen gehören zu einem Vorstellungsgespräch als Softwareentwickler dazu. Dabei geht es nicht immer direkt um technische Lösungen, sondern auch um die peripheren Aufgaben eines Programmierers. Dazu gehört unter anderem die Abschätzung, wie lange gewisse Aufgaben dauern.

Ihre Antwort auf die gestellte Frage könnte zum Beispiel so lauten:

"40 Prozent der Zeit verwende ich auf für das Design der Anwendung und ihrer Programmierung. 5 Prozent benötige ich für eine Prüfung und Analyse des Codes. 25 Prozent werden für den Check auf den Zielsystemen eingesetzt. Und die verbleibenden 30 Prozent nutze ich, um die Funktionen aus Sicht der User zu testen."
 


10. Wo liegen Ihre Gehaltsvorstellungen?

Eine heikle Frage, über die man sich im Voraus Gedanken machen sollte. Fordere ich zu viel und bekomme die Stelle deswegen nicht? Verlange ich zu wenig und verkaufe mich unter meinem Wert?

Softwareentwickler sind in Zeiten der Digitalisierung gefragte Mitarbeiter. Das gilt vor allem, wenn sie über Berufserfahrung verfügen. Trotzdem sollte sich ein Bewerber, insbesondere als Berufseinsteiger, vor überzogenen Forderungen hüten.

Doch letztlich wird der Brei auch bei dieser Frage nicht so heiß gegessen, wie er gekocht wird. Meint: Die Vergütung muss in das im Unternehmen existierende Gehaltsgefüge passen, sowohl nach oben als auch nach unten.

Aus diesem Grund sind Antworten empfehlenswert, die von dem bisherigen Gehalt ausgehen:

"In meiner aktuellen Position beziehe ich ein Gehalt in der Höhe X. Die Stelle, die wir hier besprechen, bedeutet eine höhere Verantwortung, weshalb ich glaube, dass die Vergütung eine gewisse Steigerung verdient."

Eine geschickte Antwort könnte auch in die Richtung gehen, dass das Gehalt zwar wichtig ist, aber die entscheidenden Gründe für die Bewerbung eher in der Aufgabe selbst liegen.

"Ich bin überzeugt, dass ich diesen spannenden Job sehr gut ausfüllen kann, und ich bin mir sicher, dass das in diesem Unternehmen entsprechend honoriert wird."
 

Fazit

Wie Sie anhand unserer Fragen-Beispiele sehen, sollten Sie sich für Ihre Bewerbung als Softwareentwickler richtig vorbereiten. Spielen Sie vor dem Vorstellungsgespräch die Fragen in verschiedenen Varianten durch, und überlegen Sie sich passende Antworten. Lernen Sie diese aber nicht stur auswendig!

In einem Job-Interview geht es auch darum, spontan und natürlich zu wirken. Das geht mit fest einstudierten Erwiderungen nicht.

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks rund um Ihre IT oder SAP Bewerbung, finden Sie in unserem Bewerbungsratgeber.



Bilder: Adobe Stock