Deshalb sind Gamer bestens für IT-Jobs geeignet

Gamer am Spielen am PC

Wer sich leidenschaftlich für Computer- und Videospiele interessiert, stößt immer noch auf viele Vorurteile. Dabei sind Gamer sehr gut für IT-Berufe gerüstet.

Gaming als Hobby im Bewerbungsgespräch ansprechen

“Welche Hobbys haben Sie?”. Tim ist nervös. Der Personalleiter stellt ihm diese Frage bereits zum zweiten Mal. Tim rutscht auf seinem Stuhl hin und her. Er öffnet den Mund um zu antworten, doch er stockt. Er ist sich nicht sicher, ob er seinem Gegenüber die Wahrheit sagen kann. Immerhin handelt es sich um ein Bewerbungsgespräch. Hier geht es um seine Karriere.

Warum Tim mit seiner Antwort zögert? Er ist leidenschaftlicher Gamer. In seiner Freizeit sitzt er oft am PC. Er trifft sich regelmäßig mit seinen Freunden in einem Online-Rollenspiel. Dort erleben sie mit ihrer Gilde spannende Abenteuer in einer Fantasy-Welt.

Mit diesem Hobby ist Tim nicht alleine. Weltweit gibt es mehr als zwei Milliarden Menschen, die “daddeln”, davon einige Millionen in Deutschland. Trotzdem hat das Thema Gaming bei einem Bewerbungsgespräch einen seltsamen Touch. Viele Jahre gab es das Klischee des einsamen, verschrobenen Zockers oder des bösen “Killerspielers”. 

Gamer wie Tim sind zögerlich, wenn sie in einem Bewerbungsgespräch nach ihrer Freizeitbeschäftigung gefragt werden. Außer sie bewerben sich direkt in der florierenden Gaming-Branche. 

Darum sollte das Hobby “Gaming” ein Pluspunkt im Bewerberprofil sein

Dass Gamer sich selten trauen ihr Hobby im Lebenslauf oder bei einem Bewerbungsgespräch anzugeben, ist schade. Und kontraproduktiv. Denn das Spielen besitzt einige positive Eigenschaften, welche die Hard- und Soft-Skills beeinflussen können.


Spieler erwerben Fähigkeiten, die sie später erfolgreich auf reale Herausforderungen anwenden können. Games vermitteln einer ganzen Generation einen beruflichen Wettbewerbsvorteil. Die Führungskräfte der Zukunft sind Videospieler.”

Stephen Gillett, Silicon-Valley-Entrepreneur


Sind Sie auf der Suche nach einem neuen IT-Mitarbeiter? Dann sollten Sie nach einem passionierten Gamer Ausschau halten. Diese Gründe sprechen für die Bewerber:

  • Tech-Nerds
    Was Technik angeht, sind Gamer meist am Puls der Zeit. Sie wissen, welche Hardware aktuell angesagt ist und was bald kommen wird.
     
  • Hardware-Fachwissen
    Unter den PC-Spielern befinden sich einige “Bastler” und “Tuner”. Sie bauen sich ihren Gaming-Computer selbst zusammen oder rüsten ihn mit schnellerer Hardware auf. Hierfür benötigen sie Hardware-Spezialwissen.
     
  • Digital Natives
    Der Umgang mit neuester Hard- und Software ist für sie vollkommen normal, das Internet mit seinen Online-Diensten selbstverständlich.
     
  • Tiefergehenderes Interesse
    Gamer blicken gerne hinter die Kulissen. Sie interessieren sich dafür, wie Computer- und Videospiele entwickelt werden. Und wie das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien funktioniert.
     
  • Hobby-Programmierer
    Viele Entwickler brachten sich selbst das Programmieren bei, weil sie ihre eigenen Games realisieren wollten. Oder sie arbeiteten mit Tools wie Level-Editoren, um bestehende Spiele zu modifizieren. 
     
  • Bekannte Fachsprache
    Die Gaming-Sprache besteht aus vielen Anglizismen und komplizierten Abkürzungen - genau wie die Welt der IT-Spezialisten.
     
  • Kreative Strategen
    Um die digitalen Spiele meistern zu können, müssen die Gamer Lösungswege finden, Taktiken und Strategien schmieden. Das fördert das Um-die-Ecke-Denken.
     
  • Ehrgeizig wie Sportler
    Manche PC- und Konsolenspiele stellen extreme Herausforderungen dar. Wer diese meistern möchte, muss nicht nur seine grauen Zellen anstrengen, sondern auch Durchhaltevermögen beweisen. 
     
  • Teamplayer
    Bei Multiplayer-Online-Games werden weitere Eigenschaften gefördert. Zum Beispiel das Teamplay. Und manch einer entwickelt sich zum Teamleiter, weil er beispielsweise eine Gilde oder einen Clan anführt.
     
  • Kommunikationsfreudig
    Einige Gamer sind mehr als nur Konsumenten. Sie zeigen ihr Können auf Youtube oder dem Live-Streaming-Portal Twitch, sprechen in Podcasts über ihr Hobby, betreiben Gaming-Webseiten und sind auf Social Media aktiv.

Gamer in Spitzenpositionen

Wussten Sie, dass auch bekannte Top-Manager eine Gamer-Vergangenheit haben? Zum Beispiel bekennen sich Tarek Müller (Geschäftsführer AboutYou), Elon Musk (CEO von Tesla und SpaceX) und Travis Kalanik (Gründer von Uber) zu ihrem Hobby. Und auch einzelne Politiker stehen dazu, zum Beispiel Dorothee Bär (Staatsministerin für Digitales) und Christian Lindner (Bundesvorsitzender FDP).


Fazit

Die Zeiten, in denen PC- und Konsolenspiele ein Nischendasein fristeten, sind schon längst vorbei. Immer mehr Jugendliche wie auch Erwachsene vergnügen sich bei FIFA, Call of Duty, Anno, Mario Kart oder Fortnite. Dabei ist das “Zocken” oft mehr als ein reiner Zeitvertreib, der lediglich zur Ablenkung dient. Das Lösen von schweren Herausforderungen, die Zusammenarbeit im Team oder das eigenständige Aneignen von Fachwissen: Das Spielen begünstigt viele Eigenschaften, die in der IT-Branche gefragt sind. Geben Sie Gamern eine Chance!

Bild: Adobe Stock