Den IT Job wechseln - ja oder nein? 11 gute Gründe, die für einen Jobwechsel sprechen

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Denken Sie in letzter Zeit öfters darüber nach, sich einen neuen Job in der IT zu suchen? Diese Indikatoren stellen ein deutliches Zeichen dar, dass Sie einen Jobwechsel brauchen.

Durchhalten oder kündigen wegen Unzufriedenheit?

Geben wir es zu: Kein Beruf ist perfekt! Selbst der vermeintliche Traumjob in einer renommierten IT Firma, auf den Sie lange hingearbeitet haben, kann irgendwann nerven. Langeweile oder Frust kommen auf, in schlimmen Fällen führt Ihr Job sogar zu körperlichen Beschwerden.

Wo ist die Schmerzgrenze? Wann sollten Sie über einen Jobwechsel nachdenken? Das müssen Sie selbst entscheiden. Jedoch gibt es ein paar deutliche “Störfaktoren”, die dafür sprechen, dass Sie Ihre IT Stelle aufgeben und sich eine neue Herausforderung suchen sollten.

Tipp: Gehen Sie alle hier genannten Gründe durch. Prüfen Sie, ob und inwieweit sie auf Ihre Situation zutreffen. Sie können gerne eine Gewichtung vornehmen, indem Sie die Punkte in “wichtiges Argument” oder “für mich nicht relevant” unterteilen.

Grund 1: Gehalt

“Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts” lautet eine alte Weisheit. Wenn Ihr Einkommen nur schwer ausreicht, um Ihren Leben zu finanzieren, stellt das Gehalt einen entscheidenden Negativ-Faktor dar. Besonders, wenn sich Ihre Lebensumstände verändern: Sie erwarten Nachwuchs oder Sie kaufen sich eine Immobilie.

Dazu kommt, dass Gehälter stets relativ sind. Vielleicht verdienen Sie gutes Geld, doch andere Unternehmen zahlen für Ihr Können und Ihre Position mehr? So etwas kratzt am Ego.

Grund 2: Anerkennung

Alle Menschen möchten hin und wieder gelobt werden. Oder zumindest eine Wertschätzung in Form eines besseren Gehalts erfahren. Bleiben derlei positive Signale aus, senkt das die Motivation. Hält dieser Zustand über längere Zeit an, kann daraus Frust werden. Ein Frust, der Sie innerlich auffrisst.

Grund 3: Karriere

Mangelt es Ihnen an Anerkennung? Und das Gehalt stimmt aus Ihrer Sicht ebenso nicht? Das könnte daran liegen, dass Sie in einer Karriere-Sackgasse gelandet sind. Es fehlen neue spannende Projekte oder andere Herausforderungen, mit denen Sie sich zum Beispiel als Product Owner oder Senior Developer beweisen. Die nächste Sprosse der Karriereleite bleibt damit in weiter Ferne. Unter Umständen gibt es in Ihrem Unternehmen gar keine Position mehr, auf die Sie aufrücken können, weil Sie in Ihrer Firma alles Mögliche erreicht haben. Möchten Sie sich damit zufriedengeben?

Grund 4: Stimmung

Gibt es häufig Streit im Team? Lästern Ihre Kollegen ständig über die neuen Programmierer und den anscheinend unsympathischen Systemadministrator? Fällt gefühlt die Temperatur im Zimmer, wenn Ihr Vorgesetzter den Raum betritt? Eine Arbeitsumgebung, die mehr von negativen als von positiven “Vibes” geprägt ist, schlägt aufs Gemüt. 

Noch schlimmer wird es, wenn aus den bissigen Kommentare echte Anfeindungen oder Intrigen werden. Das Thema Mobbing dürfen Sie auf keinen Fall unter den Tisch kehren!

Grund 5: Stress

Stress gibt es in jedem Beruf. Eine wichtige Deadline nähert sich, ein Kunde ist unzufrieden oder das neue Programm stürzt ständig ab: In der IT Branche gehört eine hohe Arbeitslast durchaus dazu. Wenn Adrenalin ausgeschüttet wird, kann das zu Höchstleistungen antreiben. Aber nur, wenn auf den Stress regelmäßig eine Entlastung folgt.

Fühlen Sie sich dauerhaft gestresst oder gar überfordert, endet das häufig im Burn-out. Und der zeigt sich in körperlichen Beschwerden wie Kopf-, Nacken und Rückenschmerzen oder in Herzproblemen. Nehmen Sie diese Alarmsignale ernst!

Grund 6: Unterforderung

Das Gegenteil von Burn-out nennt sich Bore-out. Hier fühlen Sie sich genauso ausgelaugt und krank. Das kommt durch eine dauerhafte Unterforderung, weil sie monotone Tätigkeiten und Arbeiten weit unter Ihrem Können ausführen. Sie schalten sinnbildlich geistig ab, was dann in Lustlosigkeit und Unzufriedenheit mündet.

Grund 7: Unternehmenssituation

“Wir müssen sparen!” - hören Sie diese Aussage jedes Quartal von Ihrem Geschäftsführer? Sind damit regelmäßige Entlassungswellen verbunden? Wenn es einem Unternehmen über lange Zeit schlecht geht, geht es auch den Mitarbeitern schlecht. Ein fortwährender Krisenmodus schlägt eben auf die Psyche. 

Zumal mit Budget- und Personalkürzungen oft die Arbeitsbedingungen schlechter werden: Sie müssen Ihre Aufgaben mit veralteter Hard- und Software bewerkstelligen. Oder es kommt die Order, die Qualitätsanforderungen herunter zu schrauben. Besonders in der IT, wo Informationssicherheit und Datenschutz ganz oben stehen sollten, hat das eventuell fatale Folgen.

Grund 8: Flexibilität

Gleitzeit, Vier-Tage-Woche, Home Office oder Jobsharing: In Zeiten von New Work sind flexible Arbeitsmodelle angesagt. In vielen Informatik-Jobs ist das Arbeiten per Remote gut möglich, ebenso eine Anpassung der Arbeitsstunden. Theoretisch.

In der Praxis sieht die Situation gerne mal anders aus: Es gilt weiterhin 9-to-5 mit einer dauerhaften Präsenz im Büro. Oder Sie müssen um jeden Tag im Home Office bitten und betteln, obwohl es Ihr aktuelles Projekt durchaus zulassen würde. Motivierend ist das nicht gerade, oder?

Grund 9: Pendeln

Dieser Grund gehört eigentlich in den Bereich der Flexibilität, trotzdem möchten wir ihn als eigenen Unterpunkt herauslösen. Denn: Dürfen Sie beispielsweise nicht wie gewünscht von zuhause aus arbeiten, werden Sie wahrscheinlich wie Millionen andere Arbeitnehmer jeden Monat unzählige Stunden im Autos, im Bus und/oder in der Bahn verbringen. Was für eine Zeitverschwendung!
 


Grund 10: Strategie

Ihre Aufgaben und Tätigkeiten hängen maßgeblich mit der Strategie Ihrer Abteilung und den Strategien des gesamten Unternehmens zusammen. Da sich die Welt ständig verändert, was in der IT meist mit Highspeed geschieht, kommt es unter Umständen zu regelmäßigen Anpassungen der Vorgaben. Das ist wie gesagt im Digitalbereich vollkommen normal, deswegen hat sich die agile Arbeitsweise etabliert. Doch agil wird gerne mit chaotisch verwechselt.

Zudem kann es häufig strategische Ausrichtungen geben, die Ihren Vorstellungen oder Werten nicht entsprechen. Wie gehen Sie damit um? Inwieweit passen Sie sich an?

Grund 11: Misserfolge

Eine App funktioniert nicht, ein Projekt verschiebt sich, es unterläuft Ihnen ein Datenschutz-GAU: Je wichtiger Ihre Position, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fehler von Ihnen große Auswirkungen hat. 

Derlei Misserfolge und Pannen können Sie direkt Ihren Job kosten. Oder sie beschädigen Ihr Ansehen in Ihrem Unternehmen, unter Umständen für viele Jahre. Da braucht es ein dickes Fell, um den Imageverlust hinzunehmen.
 

“Soll ich jetzt meinen Job kündigen?”

Stellen Sie sich nun diese Frage, immer und immer wieder? Unser Tipp: Schmeißen Sie nicht gleich die Flinte ins Korn! Versuchen Sie zuerst, die vorhandenen Probleme zu lösen oder abzumildern.

Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten über Ihre Unzufriedenheit. Im Idealfall versteht er Ihre Situation und erarbeitet mit Ihnen einen Ausweg. Es kann zudem nicht schaden, mit weiteren Personen zu reden. Dazu gehören unter anderem direkte Kollegen, die Personalabteilung und Mitglieder des Betriebsrates (falls es so etwas in Ihrem Unternehmen gibt).

Ergänzend dazu sollten Sie Ihre Eigenmotivation im Job verbessern. Versuchen Sie das Positive zu sehen, bilden Sie sich weiter, optimieren Sie Ihr Zeitmanagement und feiern Sie mehr Ihre (kleinen) Erfolge. Und stoßen Sie Veränderungen an, indem Sie beispielsweise Meetings kürzer und effizienter gestalten oder aktiv an Strategie-Anpassungen mitwirken.
 

Gibt es keine Lösung? Kündigen Sie!

Wenn Sie Veränderungen angestoßen haben, aber Sie weiterhin von Ihrem IT Job frustriert sind, gibt es nur eine Lösung: Gehen Sie auf Jobsuche!

Wichtig ist, dass Sie nicht zu lange warten. Getreu dem englischen Motto “Love it. Change it. Or leave it.” gilt es, Ihre Situation baldmöglichst zu verbessern. Ansonsten verschleppen Sie Ihre Unzufriedenheit und die damit unter Umständen verbundenen körperlichen Beschwerden.

Sehen Sie die Jobsuche und die damit verbundene, ordentliche Kündigung als neue, spannende Herausforderung und nicht als Malus an. Selbst, wenn Sie in den letzten Jahren schon mehrere Arbeitgeber hatten. In der IT Branche ist es in Ordnung, wenn Sie häufig Ihren Job wechseln!

Für manche Positionen ist es sogar förderlich für Ihre Karriere, wenn Sie nach drei bis vier Jahren Ihre Stelle kündigen und sich eine neue suchen. Denn in der schnelllebigen IT Branche müssen Sie versuchen, immer am Puls der Zeit zu sein und Neues zu erlernen. Das geht oft nur, wenn Sie den Arbeitgeber wechseln. 

Selbst Auszeiten, um sich ein Sabbatical zu gönnen, gehen in Ordnung. Ebenso kann ein Wechsel zwischen Festanstellung und Freelancer-Dasein ein guter Weg sein, um neue Horizonte kennen zu lernen.

Benötigen Sie Unterstützung bei Ihrer beruflichen Neuorientierung oder bei der Jobsuche? Unsere Experten stehen Ihnen mit dem speziellen Ratbacher-Service gerne zur Seite!
 

Bilder: Adobe Stock, Statista